8. Tag - Samstag, 20.08.2011

Für den heutigen Samstag stand der Besuch der Drehorte im Zupci-Tal auf dem Programm. Die Anfahrt dorthin ist kurz und problemlos bis auf die Tatsache, dass der Abzweig am Stadtrand von Trebinje Richtung Grab nicht ausgeschildert ist. Relativ schnell stellten wir fest, dass wir ihn verpasst hatten. Dieses kleine Missgeschick warf uns lediglich um einige Minuten im Zeitplan zurück. Als viel mühevoller erwies es sich, in der weiten Ebene die Stelle zu finden, an der die Szene „Adams Planwagen“ gedreht wurde. Eine genaue Lokalisierung ist in Petzels Buch nicht vorhanden und das Nebental ist bis an den Straßenrand total bewachsen und selbst von etwas höher gelegenen Stellen hat man keinen Überblick, ob sich überhaupt noch Lichtungen auf dem Gelände befinden. Man konnte lediglich erkennen, dass der Drehort rechts des Weges liegen musste. So entschlossen wir uns, das Auto am Wegesrand stehen zu lassen und einem Gesetz zu folgen, dass da heißt: Die meisten Drehorte liegen direkt an einem Weg. Wir nahmen also den breitesten den wir finden konnten und begaben uns zu Fuß ins Gelände. Erst nach etwa 500 m erreichten wir eine Lichtung, auf der man sich einigermaßen orientieren konnte. Wie wir feststellen konnten waren wir gar nicht so falsch. Der Drehort musste lediglich noch etwas weiter hinten im Gelände gelegen haben. Also folgten wir dem Weg, der immer mehr zum Trampelpfad wurde nochmals etwa 500 m und erreichten tatsächlich den Drehort, eine große Lichtung, die mit den Gegebenheiten im Film vollkommen übereinstimmte. Zurück am Auto brauchten wir nur weiterzufahren, der Drehort der Northern Ranch sollte direkt an diesem Weg liegen. Hatten wir für „Adams Planwagen“ noch Glück benötigt, ist dieser Drehort nicht zu verfehlen. Man erreicht die besagte Baumallee und direkt dahinter befindet sich rechts des Weges der Drehort. Leider ist auch hier die Vegetation weiter fortgeschritten, so dass Fotos vom Originalstandort auf die Höhenzüge im Hintergrund wie im Film nur noch bedingt möglich sind. Danach ging es aus diesem Nebental wieder heraus und weiter Richtung Grab. Nach wenigen Minuten erreichten wir das Haupttal und die Höhenzüge machten eine Orientierung leicht. Die in Petzels Buch als Anhaltspunkt beschriebene Hausruine ist nicht zu übersehen, aber auch ohne sie ist der vorher befindliche Abzweig auf die große Ebene nicht zu übersehen. Wir führen zunächst hindurch bis vor die Höhenzüge und fanden relativ problemlos die Stelle, an der die wesentlichen Teile des Zweikampfs Winnetous mit Großer Bär gedreht wurden. Die markante Felsgruppe, vor der die Indianer auf ihren Pferden stehen ist nicht zu übersehen, wenn auch davor Büsche gewachsen sind. Der Drehort ist allerdings heute keine Wiese mehr, sondern mit kleinen Kratern übersät. An gleicher Stelle stand auch das verlassene Blockhaus im Ölprinzen. Die weite Ebene davor, auf der die Westernstadt stand, ist unverändert. Auf ihr haben wir unzählige Patronenhülsen gefunden und die stammten nicht aus den Winnetoufilmen. In diesem Moment wurde uns wieder bewusst, dass wir uns in einem ehemaligen Kriegsgebiet aufhielten. Minenwarnschilder haben wir an den Drehorten aber nirgendwo gesehen. Bereits gegen 14:00 Uhr begaben wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Die Temperaturen waren gestiegen. Laut Thermometer im Fahrzeug hatten wir die 40 Grad-Marke geknackt. Wolfram wollte den Nachmittag nutzen, sich mal die kulturelle Seite von Trebinje anzuschauen. Robert und ich entschlossen uns, lieber den Drehort „Tujunga soll gehängt werden“ zu suchen. Dafür hatten wir keine genaue Beschreibung, aber klare Höhenzüge auf den Filmbildern. Wir fuhren wieder in Richtung Fort Grant bis zu dem markanten Berg, den wir auf der Herfahrt am Donnerstag direkt an der Straße schon ausgemacht hatten. Genau gegenüber führte ein befestigter Weg hinauf auf einen kleinen Hügel zu einem Friedhof. Wir nutzen diese Möglichkeit zur Orientierung und stellten fest, dass der Drehort direkt unter uns zu Füßen dieses Hügels lag. Deutlich zu erkennen war die Wiese und ein Weg der dorthin führte. Da wir diesen Drehort schnell und problemlos gefunden hatten, fuhren wir weiter zum Drehort „Das Kleeblatt trifft auf Old Shatterhand, Paloma und Tom“. Lt. Petzel sollte sich dieser Drehort am Ende der Straße, an der auch das Wasserloch und Burkers Ranch liegen, direkt an der Brücke über die Trebisnjica befinden. Doch weit gefehlt. An dieser Stelle konnte der Drehort keinesfalls liegen. Die Abstände zu den Höhenzügen passten nicht und die markanten Felsen im Film gab es hier nicht, auch nicht in mittelbarer Nähe. Die Brücke ist älter und wurde schon vor den Dreharbeiten errichtet, sodass hier auch keine Erdbewegungen den Drehort vernichtet haben könnten, obwohl der Fluss an dieser Stelle ebenso in das Betonbett umgebettet wurde. Suchen wollten wir den Drehort jetzt nicht mehr und so fuhren wir an diesem Tag mal früher als sonst ins Hotel zurück, konnten uns etwas ausruhen und völlig relaxt in Ruhe den Abend genießen.

 

Kriegsreste im Zupci Tal Trebinje Meine Wegbegleiter in Trebinjes Altstadt Trebinje
Alte Brücke über die Trebisnjica Auf der ältesten Brücke Trebinjes Trebinje

 

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