7. Tag - Freitag, 19.08.2011

Wir hatten uns entschlossen, bereits heute, statt wie ursprünglich geplant am Sonntag, nach Montenegro zu fahren. Dies erschien mir sicherer, denn sollte unterwegs etwas am Auto passieren, hätten wir sonntags eher schlechtere Karten. Also standen wir wieder frühzeitig auf, genossen das Frühstücksbuffet eines 4-Sterne Hotels und machten uns gegen 8:30 Uhr auf den Weg Richtung Dubrovnik. Direkt am Grenzübergang liegt Ivanica. Hier stand früher eine dauerhafte Westernstadt, die für eine kurze Szene im „Tal der Toten“ verwendet wurde. Heute ist hier aber auch rein gar nichts mehr zu sehen. Die Grenze überquerten wir an diesem frühen Morgen als einziges Auto. Die Fahrt von Dubrovnik bis zur Grenze nach Montenegro verlief problemlos. Der Grenzübertritt nahm dann fast eine halbe Stunde in Anspruch. In der Gegenrichtung staute sich der Rückreiseverkehr dagegen auf über 10 km Länge. Aber auch uns war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, was uns erwarten sollte. Auf dem Weg nach Ulcinj über die Küstenstraße ging es teilweise nur im Schritttempo. Insgesamt brauchten wir für die rund 200 km fast 5 Stunden und das ohne größere Pausen. Gegen 13:15 Uhr erreichten wir endlich den ersten Drehort bei Gornja Klezna. Kurz vor dem Ort wurde rechts der Straße die Anfangssequenz zu „Old Shatterhand“ gedreht. Der tiefe Felseinschnitt des Flussbetts ist heute völlig zugewachsen und nicht mehr zu erkennen. Der Weg, auf dem die Blutsbrüder heranreiten, dagegen noch sehr genau.
Unverändert ist auch die große Wiese gegenüber auf der anderen Straßenseite. Hier wurden witterungsbedingt die restlichen Szenen des Zweikampfs Winnetous mit Großer Bär gedreht, dessen überwiegenden Teile im Zupci-Tal gedreht wurden. Gleich hinter dem Dorf erreichten wir den Canyon, in dem der Überfall auf den Planwagentreck gedreht wurde. Im Film wirkt der Ort wie ein richtiger Canyon, in Wirklichkeit ist es lediglich ein ca. 150 Meter langer kleiner Felseinschnitt, durch den die Straße führt. Die unteren Bereiche der Felsen wurden begradigt um die Straße zu verbreitern. Deshalb sind die einzelnen Szenen lediglich an den höher liegenden Felsformationen zu erkennen. Interessant ist, dass man vor Ort erkennen kann, dass die Szene mit dem Seil an den Holzstützen für den Steinhaufen auf der Straße gedreht wurde und nicht wie im Film vermittelt oben in den Felsen. Nach gut 2 Stunden hatten wir alles gesehen und begaben uns auf den Rückweg. Wegen der Situation auf der Küstenstraße befürchteten wir schon, erst weit nach Mitternacht wieder in Trebinje anzukommen. Aber auf der Küstenstraße war das Vorankommen jetzt einfacher und auch die Entscheidung, über Niksic im Landesinneren direkt nach Bosnien-Herzegowina einzureisen, erwies sich als richtig. Es war fast kein Verkehr auf dieser Straße und oberhalb der Bucht von Kotor ergaben sich spektakuläre Ausblicke auf das Meer. Als i-Tüpfelchen entdeckten wir links neben dem Grenzübergang Niksic eine atemberaubende Schlucht, an der wir im Sonnenuntergang wunderschöne Bilder schießen konnten. Nach „nur“ 3,5 Stunden Fahrzeit erreichten wir Trebinje. In unser Hotel konnten wir jedoch nicht fahren, da die gesamte Altstadt wegen eines Festumzugs abgesperrt war. Aus der Not eine Tugend machend parkten wir unser Auto am Straßenrand und gingen erstmal ungeduscht essen. Im Nachhinein betrachtet, war die Fahrt nach Ulcinj viel Aufwand für relativ wenig Drehorte, aber irgendwann muß man ja mal dorthin.

 

Roberts Kartenmaterial stellt alles in den Schatten Und da müssen wir hin Vor der Klezna Schlucht in Montenegro Blick in die Bucht von Kotor
In den Schluchten des Balkan bei Niksic

 

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