6. Tag - Donnerstag, 18.08.2011

Auch in Sinj hatten wir lediglich eine Übernachtung gebucht. Am heutigen Morgen begann dann die Reise ins Ungewisse, die Fahrt nach Bosnien-Herzegowina zu den dortigen Drehorten in Popovo polje. Als wir nach wenigen Kilometern durch Trilj fuhren, entschlossen wir uns spontan, den Drehort am Ufer der Cetina aufzusuchen. Bei einem vorherigen Besuch haben sowohl Robert als auch ich lediglich das Uferplateau nach Szenen abgesucht, nicht aber die Banditenfelsen am linken Hang. Diese waren leicht zu finden, da sie freigeschnitten waren. Ein Karl-May-Fan muß im letzten Jahr hier tätig gewesen sein. Ein Dank in diesem Zusammenhang dürfte in Österreich den Richtigen treffen. In diesem Zusammenhang stellten wir fest, dass man an Drehorten einfach nur nach abgeschnitten Zweigen schauen muß, dann ist man meistens richtig. Ich musste feststellen, dass der Uferbereich seit meinem letzten Besuch vor zwei Jahren noch weiter zugewachsen ist. Die Büsche reichen jetzt schon fast an das Wasser heran. Dieser Drehort wird in absehbarer Zeit nicht mehr zu erkennen sein. Trilj war der letzte Drehort in Kroatien, jetzt ging es definitiv zur Grenze. Wir hatten uns entschieden, bis Ploce zu fahren und dann den Übergang Metkovic zu benutzen. Dies ersparte uns die Küstenstraße bis Dubrovnik und das zweimalige Überschreiten der Grenze. Ein weiterer Vorteil dieser Route war, dass wir unseren Zielort Trebinje von oben anfuhren, also direkt an den Drehorten schon mal vorbei kamen. Der Grenzübertritt und die Fahrt durch Bosnien-Herzegowina verliefen problemlos. Bereits gegen 14:00 Uhr erreichten wir Dracevo, den nördlichsten Punkt der Ebene Popovo polje und Standort des Fort Grant. Wie bei Michael Petzel im Buch „Der Weg zum Silbersee“ beschrieben, fanden wir sogleich den für die Dreharbeiten extra angelegten Wirtschaftsweg auf die Ebene, der heute noch vorhanden ist. Befahren mit einem normalen PKW sollte man ihn allerdings nicht unbedingt. Wir stellten das Auto am Straßenrand ab und begaben uns sogleich auf die Ebene zum Drehort. Unsere Überraschung war groß, denn der Drehort war nahezu unverändert, die Steine lagen da, wo sie auch im Film lagen und die Vertiefungen des Umrisses des Forts sind heute noch sofort zu erkennen. Das fing ja gut an, alle Szenen ließen sich mühelos zuordnen. Mit der mächtigen Felswand im Hintergrund ein wunderschöner Drehort. Ein Stück weiter konnten wir bereits einige große Felsblöcke in der Ebene ausmachen. Ein Zeichen für den Drehort der „Friedenskonferenz mit General Taylor“. Vor Ort mussten wir allerdings feststellen, dass ein Teil der Ebene an dieser Stelle und damit die meisten Felsen völlig zugewachsen sind. Der markante Steinkreis im Film war nicht auszumachen. Entweder ist er im völlig zugewachsenen Teil für immer verschwunden oder es handelte sich tatsächlich in der Hauptsache um Pappmache. Gegen 16:00 Uhr fuhren wir dann weiter Richtung Trebinje zum Drehort Schlangental. Obwohl die Telegrafenmasten, die Petzel in seinem Buch als Anhaltspunkte nennt heute nicht mehr vorhanden sind, fanden wir den beschriebenen Zugang problemlos. Hier sahen wir dann was Umweltzerstörung bedeutet. Die Trebisnjica verläuft heute in einem betonierten Flussbett, vom alten Naturbett ist nichts mehr zu erkennen. Es könnte sein, dass in den oberen Bereichen noch einzelne Felsfragmente auffindbar sind, die Mühe derartige Anhaltspunkte zu finden haben wir uns ob des Gesamtzustands nicht gemacht. Auf der Weiterfahrt verglichen meine beiden Beifahrer ständig den Hintergrund mit den Filmbildern der „Fahrt der Postkutsche“. Fast 100%ig genau folgten die beiden Kommandos „Stopp, hier ist es“ für die zweigeteilte Szene. Gegen 17:30 Uhr erreichten wir dann das Hotel Leotar, das uns für die nächsten vier Nächte als Quartier dienen sollte. In der schönen Altstadt fanden wir ein gemütliches Lokal mit vorzüglichem Essen. Diese wurde für die nächsten Abende unser Stammlokal. Die Temperaturen in der Altstadt lagen abends immer über 28 Grad, so dass wir jeden Abend in Bars auf der Flaniermeile verbrachten. Preislich ist Bosnien-Herzegowina ein Paradies. Die halbe Bier war für 75 Ct, ein großer Grillteller für 6 EUR zu bekommen. Bei diesen Preisen brauchte keiner von uns das getauschte Geld auf. Gut, dass uns das Hotel den Rest zurücktauschte.

 

Zwei Wachtposten ohne Fort Ob es nach dem "Umbau" noch Schlangen gibt? Unser Hotel Leotar in Trebinje In Trebinjes Altstadt

 

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