2. Tag, Freitag, 15.05.2015

Der zweite Tag unserer Reise sollte der spannendste werden. Nach den Recherchen im Vorfeld wollten wir heute die Drehorte der Floßszenen aus dem Ölprinz suchen. Wir fuhren zunächst über die gut ausgebaute Hauptstraße nach Sinj. Von dort ging es nach Ruda. Diesen kleinen Umweg nahm ich in Kauf, um die Anfahrtsbeschreibung in meiner Broschüre zu diesem Drehort zu aktualisieren. In Ruda befand sich die Hängebrücke im Ölprinz. Ich war zwar 2009 schon einmal an diesem Drehort, konnte aber damals das gegenüber liegende Ufer nicht erreichen, da alles zugewachsen war. Es sollte mittlerweile wieder zugänglich sein, und so war es auch. Diesmal konnten wir fast mühelos die hintere Position der Hängebrücke erreichen und die entsprechenden Fotos machen.

Lt. Michael Petzel sollten hier ja auch Szenen der Floßfahrt entstanden sein. Aber wie schon bei der Recherche vermutet, traf diese Aussage nicht zu.

Allerdings bin ich jetzt noch mehr der Meinung, dass hier das Hochklettern von Winnetou aus dem Wasser zu Old Surehand gedreht wurde. Dies hatte ich ja schon vermutet und fand es zwar nicht definitiv bestätigt, aber die Örtlichkeit stimmt mit dem Film überein. Eine genaue Drehortbestimmung ist nicht mehr möglich, da heute entlang der Ruda ein aufbetonierter Weg vom Wasserfall zur Quelle führt. Diesen gab es zu Drehzeiten noch nicht. Der alte Weg, auf dem Old Surehand angeritten kam liegt ca. einen Meter tiefer. Durch den Betonweg ist der Charakter des Ufers komplett verändert. Auch die Felswand im Hintergrund ist dadurch in Mitleidenschaft gezogen.

Update 07.10.2015: Die Szene ist ebenfalls bei Trilj am Ufer vor dem Drehort Wagenburg gedreht worden. Da die Cetina im Sommer 2015 wegen Reparaturarbeiten im Stauwerk fast trocken gelaufen war, kamen die markanten Felsen der Drehorte im Detail wieder zum Vorschein. Ein Karl-May-Fan war vor Ort und hat den Drehort gefunden.

Von Ruda fuhren wir weiter nach Trilj. An der Brücke schossen wir das Foto analog zu dem Dreharbeitenfoto der Floßfahrt aus dem Buch „Der Weg zum Silbersee“. Und danach wurde es spannend. Sollten wir jetzt den mir fehlenden Drehort der mittleren Floßszenen finden. Leider fanden wir nicht auf Anhieb vom Auto aus vor dem höchsten Punkt der Straße den in Google-Maps erkennbaren Weg Richtung Fluß. Vom obersten Punkt der Straße genügte allerdings schon der erste Blick. Tatsächlich wurden unterhalb dieser Felswand die Fahrszenen und der Anlegeversuch gedreht. Also fuhren wir weiter zum Drehort der Wagenburg und versuchten unser Glück von dort aus am Ufer entlang zu kommen. Dies stellte sich als ein fast unmögliches Unterfangen dar. Wir kämpften uns durch Gestrüpp, durch Dornenbüsche, über Felsen Meter um Meter vorwärts. Den Drehort konnten wir aber nicht erreichen, so dass wir diesen Versuch aufgaben. Es bleib keine andere Möglichkeit, als an der Straße entlang zu laufen und nach einer Möglichkeit zu suchen, an den Fluß zu gelangen. Schließlich fanden wir eine Stelle, die nicht so steil und auch nicht undurchdringlich schien. Wir gelangten ziemlich einfach hinunter und stießen zu unserer Verwunderung auf einen Trampelpfad. Diesem folgend erreichten wir eine Stelle, an der die Szene des Aufstiegs Winnetous auf das von Surehand mitgeführte Pferd gedreht sein konnte. Der Hintergrund stimmte perfekt, wenn er auch durch die Bäume nur schwer zu erkennen war. Wir suchten nach einer günstigen Position, dann die Sensation. Robert schrie: „Hier ist es!!“. Und tatsächlich, vor uns lagen die Originalfelsen aus dem Film. Unglaublich. Hochstimmung breitete sich aus und wir folgten dem Weg weiter runter zur Cetina. Und tatsächlich, der Weg führte direkt zum Ufer, dem Drehort der Floßszenen.

Allerdings endete der Weg kurz vor dem Kamerastandpunkt direkt im Wasser. Durch das Aufstauen führt die Cetina heute wesentlich mehr Wasser als zu Drehzeiten. Auch fanden wir an dem steilen Ufer keine Möglichkeit uns weiter entlang des Flusses in Richtung Kamerastandort vorzukämpfen. Somit konnten wir keine Fotos analog zu den Filmszenen schießen. Aber zumindest nahm ich die Erkenntnis mit, den Drehort anhand des Internets ausfindig gemacht zu haben. Die Anlegeszene liegt noch weiter rechts. Wir konnten vom Ende des Weges nicht erkennen, ob die Felsen noch existieren. Aufgrund des Wasserstandes dürften sie dann aber ganz oder zumindest zum größten Teil unter Wasser liegen. Natürlich haben wir den Weg zurückverfolgt. Unsere Überraschung war schon groß, als wir nur 10 Meter hinter der Stelle wieder auf die Straße stießen, wo wir abgestiegen waren. Der Weg wurde durch eine Aufschüttung verdeckt, so dass wir ihn vorher nicht sehen konnten.

Vom Programm her hatten wir danach das Tagessoll erfüllt. Dadurch, dass wir nicht viel suchen mussten, hatten wir noch genügend Zeit, nach Kresevo zu fahren. Diesen Drehort wollten wir eigentlich erst morgen anfahren, aber so passte es auch.

In Kresevo wollten wir versuchen, aus Richtung Blato an den Canyon heranzukommen und auf diese Weise zum Drehort am spitzen Stein vorzudringen. Die früher mal bestandene Möglichkeit über die Brücke in Kresevo ist heute nicht mehr gegeben, da die Holzbohlen der Brücke, sofern sie nicht bereits verschwunden sind, keinen Menschen mehr tragen. Und über die schmalen Stahlträger in schwindelnder Höhe zu balancieren, wollten wir nicht riskieren. Ein Fehltritt würde den Absturz und den sicheren Tod bedeuten. Soweit geht die Liebe zum Hobby dann doch nicht.

Wir parkten das Auto hinter der alten Fabrik am Dorfrand und begaben uns auf den bei Google-Maps erkennbaren Weg über das stark bewachsene Gelände Richtung Canyon. Leider endete dieser nach knapp 100 Metern. Trotz intensiver Bemühungen war absolut kein Durchkommen durch das Dickicht. Schließlich gaben wir unser Vorhaben auf. Im Ort trafen wir Einheimische, die wir nach dem alten Weg fragten. Sie kannten ihn, wiesen aber darauf hin, dass er nicht mehr existiert und die Ebene derart bewachsen ist, dass man keine Chance mehr hat, an den Canyonrand zu gelangen. Nun, dass war dann doch noch ein kleiner Wermutstropfen auf diesen überaus erfolgreichen Tag. Traurig waren wir aber nicht.

Jetzt hatten wir uns den Feierabend redlich verdient und fuhren gut gelaunt zurück in unser Hotel.

Dreharbeiten in Ruda Über dem Wasserfall in Ruda Ein Betonfundament der Hängebrücke am hinteren Felsen Die Quelle der Ruda
Der Drehort Flossszenen von oben Am Drehort der Flossszenen Die Ruine oberhalb des Drehorts Wagenburg Der Cetinacanyon bei Kresevo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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