Sonntag 09.05.2010
Es regnete und der Himmel war wolkenverhangen. Die Berggipfel lagen in den Wolken. Trotzdem brach ich nach einem guten Frühstück um 8:00 Uhr auf zum Kamenjak. Wegen der Hitze hatten wir 2009 auf einen Aufstieg zur Gipfelwiese verzichtet. Es hatte aufgehört zu regnen und in der Hoffnung, dass sich der Himmel aufklart, machte ich mich an den Aufstieg. Meine Hoffnung erfüllte sich leider nicht. Der Kamenjak blieb in den Wolken verschwunden und als ich die Wolkengrenze erreicht hatte, fing es auch wieder an zu regnen. So blieb mir nichts anderes übrig, als den Aufstieg abzubrechen und unverrichteter Dinge wieder umzukehren. Nach einem kurzen Besuch am Kiowalager holte ich meinen Koffer aus der Pension ab und machte mich auf den Weg nach Plitvice. Laut Wetterbericht sollte dort heute die Sonne scheinen. Und so war es auch. Je näher ich kam, um so schöner wurde es.
Kurz nach Mittag kam ich in Plitvice an. Den Nationalpark hatten wir 2008 schon mal besucht. Damals allerdings ohne Filmbilder, aber die Drehorte an der Höhle und am Veliki Slap waren auch ohne diese zu erkennen gewesen. Zunächst ging es Richtung slowenischer Grenze nach Prijeboj. An dieser Straße liegen zwei Drehorte aus „Der Schatz im Silbersee“, das Utah Dorf und die Stelle, an der die Gefährten auf Lord Castlepool treffen. Die Wiese des Utah-Dorfs ist heute von hohen Bäumen umringt, der Drehort lässt sich aber noch gut erkennen. Anders sieht es mit dem Gelände des Treffpunkts aus. Dieses ist stark bewachsen, der genaue Drehort ließ sich nicht ausmachen, sondern lediglich mittels der Höhenzüge im Hintergrund erkennen. An der gegenüberliegenden Straßenseite standen Minenschilder, so dass ich darauf verzichtet habe, dieses Gelände zu betreten. Als nächstes begab ich mich auf die westliche Seite des Nationalparks. Dabei kommt man nördlich des Parks zwangsläufig an der Stelle vorbei, an der die Szene „Wachposten am Donnerfall“ gedreht wurde. Der Felsen, auf dem der Tramp sitzt ist nicht zu erreichen, der Aussichtspunkt ist mit einem Geländer versehen und ein Hinabklettern ist nicht angeraten. Westlich der Seen liegt die Wiese, auf der die Gefährten von den Utahs aufgelauert wurden. Der turmartige Felsen, auf dem sich die Gefährten verschanzten, war Requisite. Die Szenen spielten nachts, waren also zudem „day for night“ gedreht. Aus diesen Gründen und wegen der ziemlich üppigen Vegetation ließ sich dieser Drehort nicht zweifelsfrei ausfindig machen. Ein Hausbesitzer am Rande der Wiese war sehr hilfsbereit. Da er schon zu Zeiten der Dreharbeiten hier wohnte zeigte er mir den angeblichen Standort. Ganz sicher war ich mir allerdings nicht. Der nächste Drehort bei Plitvica Selo ist dem gegenüber schon wieder ein besonders schöner, auch wenn ein Jungwald die Wiese mittlerweile vom See trennt. Gemeint ist der Drehort der Schlussszene aus „Der Schatz im Silbersee“ oberhalb des Kozjak-Sees. Danach begab ich mich über den Hintereingang noch in den Nationalpark zum Wasserfall und in die Schätzhöhle. Da es bereits kurz vor 20:00 Uhr war, war ich ganz alleine an den Drehorten und konnte ungestört Fotos schießen. Nachdem ich anfangs über den vergeblichen Versuch auf den Kamenjak zu kommen etwas verärgert war, freute ich mich jetzt doch, Plitvice bei Sonnenschein erlebt zu haben. In dem kleinen Hotel, dass ich vorgebucht hatte, war ich der einzige Gast. Mit einem Lammbraten zum Abendessen ließ ich den Tag ausklingen.

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