Dienstag, 18.08.2009

Um 9:00 Uhr mussten wir bereits in Maslenica sein. Im Bistro-Point wartete schon Tomislav auf uns. Ohne langes Zögern brachen wir auch gleich zum Tulove Grede auf. Hier oben waren wir schon 2008, aber eben noch nicht an der Sterbestelle. Die grüne Wiese und der Sterbeort Winnetous sollten der Höhepunkt der Reise werden. Lange Zeit waren diese Drehorte wegen der Minen nicht erreichbar. Noch in 2008 haben uns Ranger davon abgehalten, dorthin zu gehen. Auch im Internet gingen die Meinungen nach wie vor auseinander. Während einige Fans schon alles erkundet hatten, warnten andere noch eindringlich davor. Im Vorfeld hatten wir die aktuellen Minenkarten des Gebiets maßstabsgerecht über einen Ausdruck aus Google-Maps gelegt. Daraus ließ sich ableiten, dass das Gebiet nicht mehr vermint ist. Der gefährdete, bzw. verminte Bereich macht einen Bogen genau um diese Stelle. Es scheint, dass der Bereich bewusst geräumt wurde. Wir hatten trotzdem noch etwas Bammel, aber Tomislav beruhigte uns. Schließlich sei er nicht lebensmüde und war schon x-mal dort. Unterwegs trafen wir auf Miele, den Hirten, der uns 2008 auf den vorderen Wiesen begleitet hatte. Als wir sahen, dass er mit seiner Schafherde direkt von der grünen Wiese kam, zerstreuten sich unsere letzten Zweifel. Nach einer ausgiebigen Erkundung der Wiese ging es dann in die Felsen hoch zur Sterbestelle. Mein Gott, war das anstrengend. Bei brütender Hitze mit dem Rucksack, Kamera- und Fotoausrüstung über Felsen klettern, sich durch Gestrüpp und Dornenbüsche zu schlagen sollte sich aber lohnen. Oben angekommen war es schon ein eigenartiges Gefühl, an diesem Ort zu stehen. An dem Ort, über den am Meisten im Vorfeld der Reise gesprochen und diskutiert wurde. An jenem Ort, an dem die traurigste Szene der Winnetoufilme gedreht wurde, an dem Ort, an dem unser aller Idol, Winnetou, der edle Häuptling der Apatschen, sich für den Blutsbruder opfert und in dessen Armen stirbt. Zunächst ging jeder erstmal seinen Gedanken nach und genoss den herrlichen Ausblick auf die Wiese und darüber hinaus auf die Adria. Beim Abstieg bewahrheitete sich zunächst mal wieder das Sprichwort „runter ist schwerer als rauf“. Sind wir von der Windschutzmauer zur grünen Wiese zunehmend abgestiegen, mussten wir danach auch noch den Berg wieder hinauf. Während wir schwitzten und keuchten, schien der Weg Tomislav überhaupt nichts auszumachen. Nach einem Rundgang über die Geierwiese lud uns Tomislav in seine Hütte ein. Diese befindet sich direkt unterhalb des Kraters. Dort wurde uns ein ausgiebiges Mittagessen serviert. Einfach Fantastisch.

Nach der Ruhepause ging dann das Kraxeln von Neuem los. Aufstieg zum Krater. Hier also kämpften Winnetou und Nscho-tschi gegen Santer und seine Bande. Die Szenen wurden direkt am Kraterrand gedreht. Ganz schön gefährlich, geht es doch Zentimeter daneben steil bergab. Zwei Wochen vorher hatten wir Marie Versini noch in Berlin getroffen und sie hat dort von den Dreharbeiten gesprochen. Jetzt können wir so einige ihrer Aussagen nachvollziehen. Zum Abschluss ging es noch auf die Gräberwiese und zu den Drehorten der Adlerszene aus Apanatschi an der Passstraße. Hier wird einem nochmals deutlich, was mit einer geschickten Kameraperspektive suggeriert werden kann. Im Film hat man den Eindruck, Happy hängt hoch in den Felsen. In Wirklichkeit stand er auf dem Boden und der Fels, über dessen Kante er hinabschaut, ist gerade mal etwa einen Meter hoch. Gegen 16:00 Uhr trafen wir dann wieder im Bistro-Point ein. Nach einem kühlen Bier brachte uns Tomislav noch mit Miele zusammen. Miele besitzt ein kleines Motorboot, mit dem wir am nächsten Morgen die Zrmanja hochfahren wollten. Wir verabredeten uns mit Miele für 9:00 Uhr am nächsten Morgen im Hafen von Maslenica. Nach einem herzlichen Abschied von Tomislav waren wir gegen 17:15 Uhr wieder in unserer Pension. Wir gingen gleich runter ans Meer und genossen ein erfrischendes Bad im Meer. Nach einem guten Abendessen fielen wir relativ zeitig ins Bett.

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